OB Michael Lang schneidet gemeinsam mit den El Sol-Schülerinnen und Schülern den Jubiläumskuchen an.
Als Gemeinderätin hat sich die heutige Landtagsabgeordnete Petra Krebs von der Idee der Fairtrade Stadt Wangen begeistern lassen.
Schöner hätte der Rahmen nicht sein können, um dieses Jubiläum zu feiern: 25 Jahre El Sol. Die Sonne schien sommerlich auf den Marktplatz. Die Stadt Wangen, die mittlerweile seit 12 Jahren – die Vorbereitung startete früher in einem aufwendigen Prozess – Fairtrade Stadt ist, hatte sich mit ihrer Steuerungsgruppe beteiligt.
Schülerinnen und Schüler der aktuellen El Sol-Klasse eröffneten das Fest, bevor Schulleiter Patrick Well vor allem auf die Historie des Ladens blickte. Er dankte Bernhard Baumann, Myriam Gompper und Sylvia Mauch, dass sie sich damals auf den Weg machten und gemeinsam mit weiteren Personen den Eine Welt Laden als Schulfirma übernahmen. „Was heißt das für die Schule?“, fragte Well. Es bedeute vor allem, dass die Schule die Globalisierung unter dem damaligen Schulleiter Frieder Gros schon früh in den Blick genommen habe. Von Beginn haben die Stadt Wangen und Rainer Ziesel von Weltpartner das Unternehmen unterstützt. Er dankte auch den Ehrenamtlichen, ohne die El Sol nicht dauerhaft öffnen könnte.
Besonderes Erlebnis: Reise mit dem Bundespräsidenten
Das Projekt leuchtete auch nach außen, wie Bernhard Baumann vor seinem Interview mit der ehemaligen Schülerin Katharina Bitz sagte. Sie war mit dem damaligen Bundespräsident Horst Köhler in Südamerika. Ein unvergessliches Ereignis war das ganz offensichtlich. Allerdings sei ihr erst heute richtig klar, was für eine Besonderheit das war, wie sie sagte. Sie war mit zwei weiteren Jugendlichen eingeladen, als Delegationsmitglied zu reisen. So lernte sie viele Menschen kennen bis hin zu den Staatspräsidenten der besuchten Länder und erlebte andererseits dort aber auch eine ganze Reihe von sozialen die Projekten. Es habe innerhalb der Delegation mit allen - auch dem Bundespräsidentenehepaar - eine herzliche Atmosphäre geherrscht, erinnerte sie sich.
Aus einer Idee wird eine Initiative
Landtagsabgeordnete und Staatssekretärin Petra Krebs, die auch für ihren anwesenden Kollegen Raimund Haser (MdL und Staatssekretär) sprach, hatte das Projekt Fairtrade Stadt Wangen von Beginn an als Gemeinderätin unterstützt und war Teil der Steuerungsgruppe, bis sie ihre Tätigkeit in Stuttgart aufnahm. Für sie ist Fairtrade Stadt Wangen ein Beispiel, wie aus einer Idee eine Initiative wurde. Mit Mut und Hartnäckigkeit hätten zwei Schülerinnen das Projekt verfolgt, sagte sie. Auch wenn man mit dem Genuss von fair gehandelter Schokolade oder Kaffee die Welt nicht retten könne, so sei es doch ein Anstoß, sich mit der Frage der Produktionsbedingungen in anderen Ländern zu befassen. Inzwischen seien Fairtade Produkte in der ganzen Stadt angekommen.
Dank an die Schülerinnen und Schüler
Rainer Ziesel, Vorstand der Genossenschaft von Weltpartner, dankte insbesondere den Schülerinnen und Schülern, die den Laden über 25 Jahre am Laufen hielten und auch heute dort Dienst tun. Völlig unverhofft gab es für jeden und jede von ihnen einen Eisgutschein, die das Eiscafé Capri stiftete.
Von Orangen und Schokolade
Sabine Müller, fest angestellte Mitarbeiterin von El Sol, warb für die Bestellung von fair gehandelten Orangen unter elsol@bs-wangen.de. Voraussichtlich noch im Herbst gibt es dort auch das „Wangener Bissle“ zu kaufen. Die Schokolade war der Hauptgewinn am Weltrad, das vielfach gedreht wurde.
Engagement für Gerechtkeit im Kleinen
OB Michael Lang sagte, Wangen engagiere sich im Kleinen für mehr Gerechtigkeit auf der Welt und dankte insbesondere Patrick Well und Bernhard Baumann für ihren Einsatz um den fairen Handel. Moderiert wurde der Vormittag von Sarah Schlumpberger, die in der El Sol-Klasse unterrichtet, und Daniela Notz aus dem Team der Steuerungsgruppe. Für den richtigen Rhythmus sorgte Schlagzeuger ChikaDora, Chilene mit kongolesischen Wurzeln. Wer Lust hatte, konnte mit Schülerinnen und Schüler das Weltspiel spielen.